Motorradfreunde: Mehr als Rocker

Lange Zeit hatten Motorradfreunde einen schlechten Ruf. Sie wurden wegen ihrer schweren Maschinen und den schwarzen Lederkombis oft als Rocker und Motorradgangs angesehen. Dabei dienten die Kombis schlicht der Sicherheit und die Motorräder der Fortbewegung. Mittlerweile hat sich das Image gewandelt, auch weil viele Motorradfahrer heute älter geworden sind und nicht mehr das Klischee des jugendlichen Draufgängers bedienen.

Heute sind die meisten Motorradclubs nichts anderes als Vereinigungen von Motorrad-Begeisterten und unterscheiden sich damit nicht von Automobilclubs. Gerade auf örtlicher und regionaler Eben stehen Geselligkeit und gemeinsame Ausflüge im Mittelpunkt der Aktivitäten. Viele Motorradfreunde haben gar kein eigenes Clubheim sondern treffen sich in Gaststätten oder öffentlichen Einrichtungen.motorcycle-1401645_960_720

Eine oft vergessene Aktivität dieser Vereinigungen ist die Verkehrserziehung. Motorradfreunde arbeiten unermüdlich daran, andere Motorradfahrer auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen. Schließlich sind die Kradfahrer trotz Helm und Kombi relativ ungeschützt und haben bei einem Unfall meistens das Nachsehen. Hier gilt es präventiv tätig zu werden, und Motorradfreunde können da viele aus ihrer Erfahrung berichten.

In vielen dieser Clubs kennen sich Mitglieder schon seit vielen Jahren, meistens aus der Jugend. Heute sind aus den Junggesellen von damals gestandene Familienväter geworden, die Frau und Kinder gerne zu den Vereinstreffen mitbringen und auch auf gemeinsame Ausflüge mitnehmen.

Dort hat meistens ein Roadcaptain das Sagen, der den Pulk der Fahrer auf der Straße anführt und nicht nur sagt wo es langt geht sondern auch die Geschwindigkeit vorgibt.

Natürlich darf bei den Treffen auch gefeiert werden, das soll gar nicht verheimlicht werden. Eine alte Regel besagt, dass der Präsident eines Clubs um Mitternacht nicht nüchtern genug sein muss, um bei einem Wettbewerb die Pokale überreichen zu können – und zwar auch an die richtigen Personen. Dass nach einem solchen feuchtfröhlichen Gelage nur diejenigen auf die Motorräder steigen, die nichts getrunken haben, ist Ehrensache. Im Zweifel wird entweder an Ort und Stelle übernachtet oder man legt für ein Taxi zusammen.

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